Mit Herz bei der Sache

CTS näht Kissen für Brustkrebs-Patientinnen

Ghazal Khalo und Amshah Domo (Teilnehmerinnen)

Im Bad Zwischenahner LEB-Projekt „Coffee to Stay“ (CTS) rattern die Nähmaschinen für einen guten Zweck: In Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Brustgesundheit e. V. produzieren die Teilnehmer*innen der Arbeitsgelegenheit (AGH) herzförmige Kissen, die den Druckschmerz nach einer Brustoperation lindern.

Die Herzkissen können sich an Brustkrebs erkrankte Menschen in die Achselhöhle klemmen und so nach einer Operation Entlastung schaffen und den Wundschmerz lindern. Verteilt vom Verein Freundeskreis Brustgesundheit e. V., ist jedes Exemplar ein Unikat, da die Herzen aus gespendetem Baumwollstoff zugeschnitten werden, bevor es ans Nähen der Kissen geht. „Ganz wichtig ist die Füllung“, berichtet Anne Kühn. „Wir verwenden sehr hochwertige Füllwatte, damit die Kissen ihre Form behalten und sogar in der Waschmaschine gereinigt werden können.“ Die Oldenburgerin koordiniert das Projekt und brachte die Idee für die Herzkissen zum Freundeskreis Brustgesundheit. Seit 2011 sind unter ihrer Federführung 8500 Herzkissen für das Klinikum Westerstede entstanden. Pro Monat werden dort bis zu 100 Kissen an Erkrankte verteilt.

Damit solche Mengen produziert werden können, sind beim Nähen zahlreiche Ehrenamtliche beteiligt. Seit einigen Wochen zählen auch die Frauen aus dem interkulturellen Begegnungs- und Mitmachcafé „Coffee to Stay“ dazu. Bis ein Kissen fertig ist, gibt es einiges zu tun. Zuerst müssen die passenden Stoffe ausgewählt werden: „Für die Kissen wird ausschließlich Baumwollstoff verwendet. Bei der Auswahl der Muster gehen wir sensibel vor und hoffen, dass die Betroffenen sich in ihrer Lage über die Kissen freuen können“, sagt LEB-Fachanleiterin Sophia Zülke-Hansen, die den Kontakt zum Verein Freundeskreis Brustgesundheit hergestellt hat und die Teilnehmerinnen beim Nähen unterstützt. Nach der Auswahl werden die Stoffe gewaschen und gebügelt, um dann mit Hilfe einer Schablone die Schneide- und Nahtlinien vorzeichnen zu können. Als letzter Schritt erfolgt das Nähen.

„Bei den vielen Arbeitsschritten ist Teamarbeit gefragt“, erzählt Zülke-Hansen und zeigt sich zufrieden mit den Ergebnissen. Obwohl es eine Weile dauere, bis ein Kissen fertig sei, freuten sich die AGH-Teilnehmerinnen über die neue Aufgabe. „Das ist eine sinnvolle Sache“, meint z.B. Ghazal Khalo. Sie näht mit der Maschine die Stoffe zusammen und kennt wie fast jede der Frauen des LEB-Projektes aus dem weiteren Familien- oder Bekanntenkreis Menschen, die an Brustkrebs erkrankt sind. Durch die Mitarbeit an den Herzkissen könnten sie ein wenig Trost spenden – und das fühle sich sehr gut an.

   

 

 

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